Nachdem sich der Weg zur Gästestube frei gebahnt wurde, und ihn dabei wohlige Wärme umfing, war er doch schon mal um einiges erleichterter. Es war bisher besser gelaufen, als er befürchtet hatte, trotz eines Mannes, der wohl innen und außen aus Eisen bestehen musste. Wäre sein Vater noch am Leben, hätte dieser lediglich dazu gesagt: „Ein Mann wie ein Baum“. Fast schon hätte er gedacht, dass dies zutreffen könnte, als er wie angewurzelt dastand, doch nun hatte er wohl das Schwierigste hinter sich. Er knöpfte seinen Mantel auf und sah sich neugierig um. Der Raum schien einen sehr ordentlichen Eindruck zu machen. Leider konnte der Rothaarige nicht von sich behaupten, dass er so gute Ohren hatte, dass diese hörten, was sie nicht sollen, so dass er Mini und Ric's Geflüstere erst gar nicht wahrnahm. Dies wurde auch gar nicht beachtet. Viel mehr, holte er das Stückchen Pergament aus seiner Tasche, auf der die Bewerbung stand. Als er das Pergament ausrollte, schnitt er sich dabei versehentlich in den Finger, so dass sofort ein Bluttropfen auf eine Stelle des Pergaments tropfte und er dabei fluchte. Musste das ausgerechnet jetzt noch kommen und er das Ganze neu schreiben?
Doch die Stelle schien genau richtig zu sein und so holte er mit seinen flinken Händen einen Kohlestift aus seiner Tasche und zog ein paar Linien, bis es ziemlich gut aussah und verwischte sein noch nicht ganz getrocknetes Blut etwas.

Mein Name ist Seyfried, die Memme,
Da ich gewisse Leute kenne.
Ich stamme aus dem Örtchen Memmingen,
Dürfte wohl noch in vieler Ohren erklingen.
In Freiburg ward ich gehoben auf den ersten Stand,
Führe nun ein Schwert an meiner Hand.
Der Grund für meine Bewerbung jetzt und hier
Ist, dass das Reisen langsam wird zur Gier.
Des Weiteren würde ich gerne etwas tun,
Nicht einfach durch die Gegend laufen wie ein Huhn!
Ich kann lesen, schreiben und auch kämpfen,
Gerne würde ich eure Arbeit etwas dämpfen.
Mit meiner blonden Frau bin ich unterwegs,
Auf Mitreisende achten wir dabei stets.
Reisepläne machen geht mir nicht auf den Keks,
Das lernte ich bisher zumindest halbwegs.
Also falls ihr noch ein Plätzchen für mich habt,
Euch vielleicht die Lust nach einem Gedicht plagt,
Oder das schlechte Gewissen an euch nagt,
So nehmt mich auf, auf das ihr euch hoffentlich nicht beklagt!
Das Ordensleben wäre mir dann wohl neu,
Doch an sämtlichen Erzählungen ich mich erfreu,
Will es nun auch am eigenem Leib erleben,
Und mit euch jenes, wofür ihr steht anstreben.