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Das Gespenst war bei seinem Flug durch die Burg auf eine Gruppe Menschlein vor dem Tor gestoßen. Was sie wohl besprachen ? Was Menschen eben so besprachen, vielleicht zeigten sie sich ihre Abzeichen und ihre Titel wie auf der alten Burg wo er gewesen war oder sie taten, das was Menschen so taten. Essen, Trinken, Feiern, Lachen, das übliche eben. Es lauschte den Zeilen des Dichters, es errinerte ihn kurz an sein Erdenleben. Kurze Errinerugnsfetzen durchfluteten es. Wie hieß dieser Dichter und Versenschänder den es einmal von seinem Hof gejagt hatte ? Walter von der Vogelweide oder so ähnlich, vermutlich war jener auch schon längst tod. Vielleicht qualte er jetzt die Geisterwelt mit seinen Versen ? Seine Aufmerksamkeit wurde weiter getragen. Er beobachte die Blonde Maid genau, die Pferdenärrin, den Versenschmied und die Seefahrerin und flog einen Salto dabei durch die Luft, den ihr Gespräch war sehr intersant. Zur See fahren, ja zu gerne wäre er bei seinem Erdenleben einmal zur See gefahren. Aber sein Leben war ein anders gewesen, vermutlich sogar spannender oder ? Na wer wusste es schon, es war eben auch ein Philosophisches Gespenst, irgendwie zumindest. Irgendwie langweilte ihm das Gespräch dann doch und so begann es das Stück zu üben, das er eintrainierte hatte
MACBETH.
Morgen, und morgen, und dann wieder morgen, Kriecht so mit kleinem Schritt von Tag zu Tag, Zur letzten Silb' auf unserm Lebensblatt; Und alle unsre Gestern führten Narr'n Den Pfad des stäub'gen Tods. – Aus! kleines Licht! – Leben ist nur ein wandelnd Schattenbild; Ein armer Komödiant, der spreizt und knirscht Sein Stündchen auf der Bühn', und dann nicht mehr Vernommen wird: ein Märchen ist's, erzählt Von einem Dummkopf, voller Klang und Wut, Das nichts bedeutet
Aber kein Publikum applaudierte ihm, vielleicht musste es eines Tages einem Menschen diese Idee zukommen lassen, nur wie ? Es beobachte wieder die Gruppe vor dem Tor und lauschte ihren Gesprächen
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